Diabetes mellitus Typ 2
Diabetes Typ 2 ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen – aber auch eine der am besten vermeidbaren. Mit dem richtigen Lebensstil kann die Erkrankung verhindert, gestoppt oder sogar rückgängig gemacht werden.
Auf einen Blick
Betroffene in Deutschland:
Ca. 8 Millionen diagnostiziert, 2 Mio. unerkannt
Nüchtern-Blutzucker normal:
unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l)
Diabetes ab:
≥126 mg/dl oder HbA1c ≥6,5%
Prädiabetes:
100-125 mg/dl – noch umkehrbar!
Was ist Diabetes Typ 2?
Bei Diabetes mellitus Typ 2 reagieren die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin (Insulinresistenz). Insulin ist das Hormon, das Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert. Die Folge: Der Blutzucker steigt.
Anders als Typ-1-Diabetes entwickelt sich Typ 2 meist schleichend über Jahre und ist stark mit Lebensstilfaktoren verknüpft. Die gute Nachricht: Im Frühstadium (Prädiabetes) ist die Erkrankung durch Lebensstiländerungen oft vollständig umkehrbar.
Symptome
Diabetes Typ 2 entwickelt sich langsam – oft jahrelang ohne Beschwerden. Mögliche Warnzeichen:
Mögliche Warnsignale:
- Vermehrter Durst
- • Häufiges Wasserlassen, auch nachts
- • Müdigkeit und Leistungsabfall
- Verschwommenes Sehen
- • Schlecht heilende Wunden
- • Häufige Infekte
- • Kribbeln oder Taubheit in Händen/Füßen
Viele Betroffene haben keine Symptome – regelmäßige Vorsorge ist entscheidend!
Risikofaktoren
Beeinflussbare Faktoren
- Übergewicht (v.a. Bauchfett)
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung
- • Rauchen
- • Chronischer Stress
- • Schlafmangel
Nicht beeinflussbar
- • Genetische Veranlagung
- • Alter (Risiko steigt ab 45)
- • Schwangerschaftsdiabetes in der Vorgeschichte
- • Ethnische Herkunft
Diagnose
- Nüchtern-Blutzucker: Nach 8 Stunden Nahrungskarenz
- HbA1c (Langzeitwert): Durchschnittlicher Blutzucker der letzten 3 Monate
- Oraler Glukosetoleranztest: Bei unklaren Werten
- Erweiterte Diagnostik: Insulinspiegel, Lipidprofil, Nierenwerte
Behandlung
1. Lebensstiländerung (Basis!)
Die wichtigste und wirksamste Therapie – kann Diabetes rückgängig machen:
- Gewichtsreduktion: Schon 5-10% weniger verbessern den Stoffwechsel deutlich
- Bewegung: 150 Min./Woche moderate Aktivität + Krafttraining
- Ernährung: Weniger Zucker und Weißmehl, mehr Gemüse, Eiweiß, Ballaststoffe
- Intervallfasten: Kann Insulinresistenz verbessern
2. Medikamentöse Therapie
Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen:
- Metformin: Standardmedikament der ersten Wahl
- SGLT2-Hemmer: Schützen zusätzlich Herz und Nieren
- GLP-1-Agonisten: Unterstützen Gewichtsabnahme
- Insulin: Bei fortgeschrittenem Diabetes
Folgeerkrankungen vermeiden
Unbehandelter Diabetes schädigt langfristig die Gefäße. Mögliche Folgen:
- Herzinfarkt und Schlaganfall: Risiko 2-4x erhöht
- Nierenschäden: Häufigste Ursache für Dialyse
- Augenprobleme: Bis zur Erblindung
- Nervenschäden: Taubheit, Schmerzen in Füßen
- Diabetischer Fuß: Gefahr von Amputationen
All diese Folgen sind durch gute Blutzuckereinstellung vermeidbar!
Wann zum Arzt?
Zur Vorsorge/Abklärung:
- • Übergewicht (BMI >25) plus Risikofaktoren
- • Diabetes in der Familie
- • Ab 45 Jahren: Regelmäßige Blutzuckerkontrollen
- • Symptome wie vermehrter Durst, Müdigkeit
- • Nach Schwangerschaftsdiabetes
Häufig gestellte Fragen
Blutzucker checken lassen
Früherkennung rettet Leben. Vereinbaren Sie einen Termin zur Blutzuckerkontrolle.
